Buch_Angie 2018-05-20T18:15:08+00:00

Angie wächst als Tochter eines drogensüchtigen und psychisch kranken Vaters und einer Mutter aus bettelarmen Verhältnissen in Brasilien auf. Streit und Gewalt sind die ständigen Begleiter ihrer Kindheit, bis der Vater seine kleine Familie einfach verlässt.
Durch Vermittlung des Großvaters gelangen Angie und ihre Mutter in die Schweiz, doch auch hier ist das Leben des jungen Mädchens nicht besser. Mit zwölf wird sie missbraucht, verschweigt es aber jahrelang und versucht schließlich, sich das Leben zu nehmen. Der Versuch misslingt und wenige Jahre später tritt der kranke Vater wieder in ihr Leben. Angie übernimmt die Verantwortung für ihn. Als die Großmutter im Jahr darauf dement wird, übernimmt die KESB die Verwaltung der vorhandenen Liegenschaften und scheint eigene Ziele zu verfolgen …

Dieses Buch schildert in eindrücklicher Weise die Erlebnisse einer jungen Frau mit den Behörden des Erwachsenenschutzes. Die junge Frau pflegt ihren psychisch schwer kranken Vater; kümmert sich also um eine schwierige, sehr agile und unberechenbare Persönlichkeit. Dabei gerät sie wieder und wieder in Kontakt mit den Behörden des Erwachsenenschutzes. Daraus resultieren Verfahren, ergeben sich Konflikte, Abneigungen und Abwehrhaltungen bei den Beteiligten, die das Buch sehr genau und sehr wahrheitsgetreu beschreibt.
Die Schilderung der jungen Frau ist subjektiv, aber gerade deshalb wertvoll. Sie beschreibt nämlich die Arbeit der Behörde nicht aus der Warte von Gerichten und Behördenmitgliedern, sondern aus der Perspektive einer unmittelbar Betroffenen. Dieser Fokus ergibt ein seltenes Bild von einer Behörde, die umstritten ist, zunehmend angefeindet wird und die ihre Tätigkeit mehr und mehr im politischen Prozess rechtfertigen muss.
Gerade die subjektiv gefärbte Wahrnehmung der Autorin macht dieses Buch für Fachleute wertvoll. Sie zeigt nämlich, wie die Menschen in Grenzsituationen die Behörden des Erwachsenenschutzes erleben. Diese Wahrnehmungen und Erlebnisse von Betroffenen sind es, die für die politische Akzeptanz der Arbeit der Behörden des Erwachsenenschutzes durch die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger entscheidend sein können.
Wer sich mit der Arbeit der Behörden des Erwachsenenschutzes fundiert befassen will, sollte das Buch lesen.
Zürich, 4. Juli 2017
Dr. iur. T. Gattlen, Rechtsanwalt

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